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Olga Grjasnowa - Der Russe ist einer, der Birken liebt

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Der Oktober 2026 bleibt weiterhin furchtbar anstrengend. Daher habe ich zeitlich gesehen, verdammt lange für die 284 Seiten hier gebraucht. Das lag nicht an der Geschichte oder dem Schreibstil der Autorin, sondern daran, dass die Themen im Buch teilweise sehr schwer sind und sich eine Traurigkeit durchzieht, von der ich Pausen brauchte. Teilweise musste ich die Entscheidung zwischen hinlegen oder lesen treffen, die fiel des öfteren auf hinlegen ohne Buch.  Maria (Masha) und Elias sind ein Paar und leben gemeinsam in Frankfurt. Sie studiert mehrere Sprachen und arbeitet als Dolmetscherin, er ist Fotograf. Maria kommt gebürtig aus Aserbaidschan und sie ist als Kind mit ihren Eltern von dort geflüchtet, nachdem der Krieg um Bergkarabach immer weitere Kreise zog. Die Beziehung zwischen Maria und Elias endet abrupt und danach begleitet man Maria in dem Versuch ihr Leben neu zu sortieren. Neustart, impulsive Entscheidungen (am Ende ein Job in Tel Aviv) und die Suche nach einem Zuhause....

Jennifer Egan - Manhattan Beach

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Das hier war ein Buchtipp, den ich auf Instagram mal aufgeschnappt habe. Second Hand kam es dann vor einiger Zeit hier auf den Stapel. Da der Oktober bisher furchtbar anstrengend ist, habe ich ziemlich lange gebraucht fürs lesen der 494 Seiten.  Die Story spielt im New York der 1930er und 40er Jahre. Inmitten der Kriegswirtschaftslage schafft es Anna einen Job in der Werft zu bekommen. Erst Schiffsteileprüferin und dann setzt sie sich weiter durch und kann sich ihren Traum vom tauchen erfüllen. Damals natürlich noch mehr als umständlich mit den Messing Helmen und als einzige Frau natürlich ebenfalls schwierig.  Das ist meiner Meinung nach so der Hauptstrang der Geschichte. Problem für mich: es gab zuviele Nebenschauplätze. Alle sind in irgendeiner Form verbunden, ja, aber es sind trotzdem zuviele. Die meisten viel zu kurz und dann, zum Beispiel die Geschichten von Annas Vater, so ausufernd, dass es schlichtweg uninteressant wurde. Später kam das Verständnis in soweit, dass ich...

Leon Engler - Botanik des Wahnsinns

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Das Buch habe ich schon länger auf der Liste gehabt. Da es den Titel nun als Taschenbuch für 14€ im Buchladen gab, hab ich das mitgenommen. Und was soll ich sagen? An zwei Tagen bin ich durch die Seiten gerauscht und bin oft ins Nachdenken abgerutscht.  Der Protagonist erzählt seine Familiengeschichte bis hin zum Leben der Großeltern. Er ist Psychologe und macht im Grunde seinen eigenen Anamnese Bogen fertig. Es wabert eine beständige Angst vor dem verrückt werden durch die Seiten, da die psychischen Erkrankungen familiär so ausgeprägt sind. Manche Erinnerungen sind mit etwas Distanz aufgeschrieben, andere sind sehr nah dran und rühren von dem Willen her, etwas für die Nachwelt zu hinterlassen. Dabei reflektiert der Protagonist sein eigenes Verhalten oder Muster, stellt sich die ganz großen Fragen und versucht etwas Ordnung zu schaffen. Eine Ordnung wie es sie eben in der Botanik gibt. Stichwort Carl von Linné. Insgesamt ist das Botanik Thema sehr schön eingearbeitet.  Da mich...

Richard Hemmer & Daniel Meßner - Mehr Geschichten aus der Geschichte

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Auf den Spuren verblüffender Erfindungen und kurioser Tüfteleien Was für eine Seltenheit hier auf dem Blog. Eine aktuelle Neuerscheinung und direkt gelesen. Für das Buch meiner beiden Lieblingspodcaster bin ich sogar losgelaufen und habe es mir im lokalen Buchhandel gekauft (dazu später mehr). Das erste Buch der beiden habe ich schon  hier  gepostet, nun findet das zweite seinen Platz hier.  Eine sehr schöne Auswahl von Geschichten werden hier vorgestellt. Jedes Kapitel mit Literaturhinweis und einem QR Code zu einer Folge vom Podcast Geschichten auf der Geschichte, die einen ähnlichen Themenbereich bespricht. Ich habe alle Folgen vom Podcast gehört und er ist in meiner wöchentlichen Podcast Auswahl immer mit dabei. Falls ihr also mehr Geschichten sucht, die sind online zu finden. Innerhalb der Kapitel gibt es themengerechte Abzweigungen, so dass wesentlich mehr Wissen vermittelt wird als die eigentliche Überschrift vermuten lässt. Es gibt viel zu entdecken! Von einem Ein...

Marie-Sabine Roger - Wenn das Schicksal anklopft, mach auf

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"Man kann die Welt nur mit seinen eigenen Augen sehen, aber man kann sich entscheiden, im Hässlichen das Schöne zu erkennen, im Grotesken das Erhabene, im Winzigen das Unermessliche. Nur das zu sehen, was uns stört, ist dem Glück gestohlene Zeit. Alles ist eine Frage des Blickwinkels." (S. 244)  Die Autorin habe ich seit diesem Jahr auf dem Schirm und lese mich langsam aber sicher durch das Gesamtwerk. Ein weiterer Roman in meiner Sammlung (bisher schon zwei gelesen), der zwar etwas umfassender ist, mit 298 Seiten, aber am Inhalt nichts vermissen lässt.  Es ist einfach eine schöne Geschichte. Fleur ist 76 Jahre alt, sehr übergewichtig und lebt mit ihrem Mops MyLord zusammen in einer geräumigen Wohnung. Mit vielen Medikamenten kämpft Fleur gegen eine Angststörung. Sie hängt im lokalen Supermarkt eine Anzeige auf, da sie einen Aufpasser für MyLord sucht, während sie zur Therapie geht. MyLord hatte einen Herzinfarkt und kann seitdem nicht mehr allein gelassen werden. Darauf mel...

Edgar Alan Poe - Phantastische Erzählungen

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Mit Illustrationen von Karel Hru š ka  Das Buch habe ich beim durchsortieren letztends wiedergefunden. Es dürfte schon ein paar Jahre hier rumgestanden haben. In meiner Jugend habe ich schon einiges von Edgar gelesen, daher kannte ich zwei Geschichten aus diesem Sammelband bereits.  Und ja nun, es ist halt alles etwas altbacken. Lange Sätze und Beschreibungen die ich für absolut unnötig halte, ständig sind mir die Gedanken weggedriftet und ein Zauber entwickelt sich da absolut nicht mehr. Manchmal haben die Geschichten etwas von Schauermärchen, der Aspekt daran ist wieder nice aber das meiste, schwierig. Vor allem startet es in der ersten Geschichte ständig mit dem N-Wort. In einer anderen Erzählung wird von semitischer Nase geschrieben. Edgar hat von 1809 bis 1849 gelebt aber trotzdem finde ich, dass man da ruhig mal Anpassungen vornehmen könnte. Zumindest einen Hinweis oder Kommentar. Die Erzählungen kann man machen, ich würde aber die Audioversion empfehlen. Das ist weniger...

Olga Grjasnowa - Die juristische Unschärfe einer Ehe

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Ein Buchtipp, den ich in einem Podcast gehört habe. Ich meine, es war der Ostcast, bin mir aber nicht ganz sicher. In der letzten Second Hand Bestellung war dieses Buch dann dabei.   Ich bin immer wieder fasziniert wie Autorinnen und Autoren es schaffen, eine Geschichte zu bauen, die einen Sog entwickeln. Die 265 Seiten habe ich in gut vier Stunden locker flockig weggelesen. Das hat mich teilweise wirklich erstaunt, da einfach so viele Themen mit eingebunden worden sind.    Es geht um eine Dreiecksbeziehung. Leyla war Balletttänzerin in Moskau am Bolschoi Theater. Lebt aber nach einer Verletzung zusammen mit ihrem Ehemann Altay, Psychiater, in Berlin. Die beiden führen eine Scheinehe, denn Leyla ist lesbisch und Altays erste große, männliche, Liebe hat Suizid begangen. Davon hat er sich nie erholt und die Möglichkeit mit Leyla zusammen, via Heirat und Zusammenleben. bewahrt beide zumindest vor den Vorurteilen der eigenen Familie und allgemein in der Gesellschaft. Leyla un...