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Maike Schöfer - Nö Eine Anstiftung zum Neinsagen

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Dieses Buch habe ich letzten Monat im lokalen thalia entdeckt und habe es mitgenommen. Kannte die Autorin nicht aber das Cover sieht gut aus und eine Anstiftung zum Neinsagen kann einfach nie verkehrt sein.  Und - Überraschung - es ist sehr lesenswert. Die Autorin Maike Schöfer ist evangelische Pfarrerin und hat Religionspädagogik studiert. Daher ist es nicht "das nächste Buch über Feminismus" sondern es ist ein weiteres Buch über Feminismus, mit einem churchy touch. Die Bibel, Religion im allgemeinen und verschiedene Geschichten werden hier immer mit eingeflochten und mit betrachtet. Fand das sehr spannend, auch wenn ich selber nicht religiös bin. Ich wurde zwar katholisch erzogen und wurde bis zur Firmung geschleift aber in meinen frühen zwanzigern hat Religion einfach keine Rolle mehr gespielt. Das wird sich nicht mehr ändern, trotzdem spreche ich niemandem den Glauben ab und finde es wie hier eben geschehen, sehr gut, eine weitere Perspektive oder Ebene mit in den Diskurs...

Won-Pyung Sohn - Counterattacks at thirty

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Süd-Korea, Abfahrt.  Da war ich rein literarisch noch gar nicht. Ich habe das Buch von einer sehr guten Freundin ausgeliehen bekommen und habe es heut fertig gelesen. Die Übersetzung ist auf Englisch. Die Story an sich ist nicht zu anspruchsvoll, daher kommt man mit gutem Schulenglisch relativ einfach durch. Die speziellen Besonderheiten der koreanischen Kultur, sei es bezüglich Arbeit oder das Alter (Babys werden geboren und sind direkt 1 Jahr alt), findet man am Ende vom Buch durch den Übersetzer.  Die Protagonistin ist Jihye, Anfang 30, wohnhaft in Seoul, in einer (fast) Kellerwohnung und sie arbeitet als bezahlte Praktikantin in einer Akademie, in der Kurse angeboten werden. Relativ unspektakulär alles. Viel mehr als Arbeit steht bei ihr nicht an und ihr Traum fest angestellt zu werden, ist erstmal nicht in greifbarer Nähe. Ihr neuer Arbeitskollege Gyuok überredet sie, mit ihm zusammen am Ukulele Kurs teilzunehmen. Denn pro Semester, dürfen die Mitarbeiter und Mitarbeiteri...

Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker

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Klassiker Zeit. An meinem letzten Urlaubstag habe ich mich noch einmal auf die Couch gesetzt und mir den kurzen Krimi von Friedrich reingefahren. In der Schule habe ich das nicht gelesen, da ging es eher in Richtung Max Frisch und Klaus Mann. Keine Ahnung woher das kleine zerfledderte Buch her ist aber es kann nun in den Klassiker Bereich im Regal einziehen.  Die Story spielt in der Schweiz. Polizeimitarbeiter, die einen Mord an einem Kollegen lösen müssen. Der ältere Hauptermittler hatte sich damals einen Feind im Auslandseinsatz beim Saufen ans Bein gebunden. Eine Wette, die dann zu Konsequenzen führte, die so nicht zu ahnen waren. Am Ende ein netter aber vorhersehbarer Twist. Der natürlich die Frage nach Rechtschaffenheit und Justiz aufwirft. Kann man alles so machen und ich verstehe auch, wie man eine Schulklasse da debattieren lassen kann. Jetzt mit 37 Jahren, bin ich froh, dass ich es lesen kann, ohne groß Arbeit da reinzustecken. Könnte man bestimmt aber ich habe da wirklich...

Annemarie Paulsen - Alles büddn wild

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Eine echte Bäuerin über Landwirtschaft, Tradition und Tüddelband Das Landleben. Oft verklärt zu einem kitschigen Bild, dass sich Stadtmenschen zurecht legen oder welches in TV Formaten gezeichnet wird. Im Gegensatz dazu stehen dann die älteren Generationen von Familienbetrieben, die noch anpacken und mit der verweichlichten Jugend nichts mehr anfangen können. Körperliche Arbeit, Bürokratie und alles für den Hof. Zwei Extreme die sich da gegenüberstehen. Genau dazwischen: Annemarie, die mit ihrem Mann Martin zusammen den Hof seiner Eltern in der Uckermark übernommen haben.  Es geht nicht nur um den Milchviehbetrieb. Dieser wurde auf Bio umgestellt und hat mittlerweile einen Melkroboter im Stall. Eine Modernisierung die langsam aber sicher Einzug erhält und vor allem muss. Betriebswirtschaftlichkeit und Engagement geben sich auf dem Hof die Klinke in die Hand. In diesem Buch geht es viel um das Landleben an sich. Um Gemeinschaft, Familie, Landwirtschaft allgemein und vor allem den Wa...

Jennifer Haigh - Licht & Glut

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Mal wieder ein Roman. Das zweite Buch, dass ich von Jennifer Haigh lese. Das Leben von ausgewählten Stadtbewohnern auf 472 Seiten. Dieses Mal keine Familiengeschichte, sondern mehrere Bewohner und Bewohnerinnen der Kleinstadt Bakerton in Pennsylvania. Gut gemacht aber die ersten 100 Seiten relativ unübersichtlich, da man alle erstmal kennenlernen muss. Ein paar Zeitsprünge sind drin, die sind aber meistens am Kapitelanfang zu erkennen. Ich bin nicht so schnell durchgekommen, wie im ersten Buch ( Eintrag hier ) von ihr. Das wird aber an all den verschiedenen Perspektive liegen.  Die Kohlezeit in Bakerton ist vorbei. Die Kohlegruben sind geschlossen, es herrscht hohe Arbeitslosigkeit und eine gewisse Tristesse. Dann wird eine große Gas- und Ölfirma auf das Land in Bakerton aufmerksam. Sie setzen auf Gas und der große Themenblock Fracking wird hier erklärt und näher gezeigt. Bewohner und Bewohnerinnen verpachten ihr Land, werden über den Tisch gezogen, verseuchtes Grundwasser, Aktivis...

Martina Hefter - Hey guten Morgen, wie geht es dir?

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Deutscher Buch Preis 2024. Habe es im Buchhandel mitgenommen, Titel klang nett und dieser Sticker hat mich verleitet.  Ich hatte es relativ flott durch für meine Verhältnisse. Mit 220 Seiten ist auch gar nicht soviel Platz für eine ausufernde Geschichte. Das hat mich Zwischendurch ein bisschen genervt aber erstmal kurz zur Geschichte an sich.  Juno ist um die 50 Jahre alt. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Jupiter in Leipzig. Jupiter ist schwer krank (vermutlich Multiple Sklerose, klingt für mich zumindest danach) und wird von Juno tagsüber gepflegt. Die beiden verbringen die Nächte getrennt. Juno, die ein öffentliches Instagram Profil hat, da sie Ballett Tänzerin sowie Performancekünstlerin ist, schreibt mit Love Scammern auf Instagram. Die meisten wimmelt sie ab. Benu bleibt dann doch für länger, bis hin zu Video Calls.  Die Beziehungen werden schön aufgezeigt. Mal versuchen die Männer Juno zu scammen, dann wiederum, sieht sie sich in der Position, dass sie bei einem Kon...

Anne Applebaum - Die Verlockung des Autoritären

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Warum antidemokratische Herrschaft so populär geworden ist Das Buch habe ich letztends im lokalen Buchhandel mitgenommen .  Hab es dann im Zug gelesen und war sehr angetan. Die Autorin schafft hier einen ziemlich guten Bogen. Aus eigenen Anekdoten und privaten Einblicken bis hin zu größeren Themen. Im Grunde geht es um den Wandel vom Konservatien zum Autoritären hin. Am Beispiel von der spanischen Vox Partei, dem autoritären Kurs Ungarns, dem Brexit und natürlich dem ersten Wahlkampf/Wahlsieg von Donald Trump erklärt sie wie das überhaupt funktioniert hat. Schreibt klar, welche Mechanismen die Menschen radikalisieren und warum diese dann bereit sind einem starken Anführer zu folgen sowie ihr Mitspracherecht in einer Demokratie abzugeben.  Es hat mir ziemlich gut gefallen, ist verständlich und mit 192 Seiten nicht zu ausufernd. Zum einen hilft der Text zu verstehen, dass Meinungen sich ändern können und das die Demokratie nicht geschenkt ist. Sie kann schneller weggehebelt werd...