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Simon Singh - Fermats letzter Satz

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Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels  Ich habe mich mal wieder an meine Buchstapel rangesetzt und ein bisschen gestöbert. Herausgekommen ist dabei ein Buch über Mathegeschichte. Na, warum auch nicht. Das Buch hier ist ein sehr schöner Weg zur Lösung des Rätsels von Fermats letztem Satz.  Dieser besagt:    wobei n > 2 nicht sein darf, da es keine Lösung in ganzen positiven Zahlen gibt. Das hat sich Pierre de Fermat im 17. Jahrhundert so ausgedacht und eine Notiz hinterlassen, in der er sagt, er habe einen Beweis dafür. Diesen Beweis hat er aber nie aufgeschrieben und das ganze stellt sich als so verflucht kompliziert heraus, dass es erst im 20. Jahrhundert (1994) bewiesen werden konnte. Also über 300 Jahre später.  Die Geschichte die Simon Singh hier aufschreibt, umfasst die ganze Suche nach dem Beweis für diese Formel. Super spannend geschrieben und aufgezogen, soviele Informationen zu den Größen der Mathemathik (unter anderem auch Fraue...

Cilly Verspohl - Leise, die Welt ist so laut

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Poesie und Prosa aus der Stille  Das Buch habe ich aus dem lokalen Bücherschrank gezogen. Es sah ganz nett aus und ein bisschen Poesie kann nie schaden. Inhaltlich jetzt nicht der Knaller . Einiges an Kurzgeschichten, ein paar Gedichte und Anekdoten. Alles ein bisschen altbacken, was auch daran liegt, dass die Autorin 1910 in Münster geboren wurde. Sie war herzkrank   und hat daher die meiste Zeit zu Hause im Bett verbracht. Einige schwere Operationen, Krankenhausaufenthalte und Bettlägerigkeit haben sie sehr geprägt und ihren Blick für die kleinen Details im Leben geschärft. Sie macht viel mit sich selbst aus und teilt lediglich die Freuden mit Außenstehenden. Beim Schreiben hat sie da etwas mehr Raum. Den nutzt sie sehr gut, nur ist es eben mit dem heutigen Blick ein bisschen alt plus kitschig (nicht schlimm negativ gemeint). Die Frau hat zwei Weltkriege miterlebt und war schwer krank. Wenn man das mit einbezieht, sind es einfach kleine Prosa Stücke die ihre kleine Welt besc...

Maike Schöfer - Nö Eine Anstiftung zum Neinsagen

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Dieses Buch habe ich letzten Monat im lokalen thalia entdeckt und habe es mitgenommen. Kannte die Autorin nicht aber das Cover sieht gut aus und eine Anstiftung zum Neinsagen kann einfach nie verkehrt sein.  Und - Überraschung - es ist sehr lesenswert. Die Autorin Maike Schöfer ist evangelische Pfarrerin und hat Religionspädagogik studiert. Daher ist es nicht "das nächste Buch über Feminismus" sondern es ist ein weiteres Buch über Feminismus, mit einem churchy touch. Die Bibel, Religion im allgemeinen und verschiedene Geschichten werden hier immer mit eingeflochten und mit betrachtet. Fand das sehr spannend, auch wenn ich selber nicht religiös bin. Ich wurde zwar katholisch erzogen und wurde bis zur Firmung geschleift aber in meinen frühen zwanzigern hat Religion einfach keine Rolle mehr gespielt. Das wird sich nicht mehr ändern, trotzdem spreche ich niemandem den Glauben ab und finde es wie hier eben geschehen, sehr gut, eine weitere Perspektive oder Ebene mit in den Diskurs...

Won-Pyung Sohn - Counterattacks at thirty

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Süd-Korea, Abfahrt.  Da war ich rein literarisch noch gar nicht. Ich habe das Buch von einer sehr guten Freundin ausgeliehen bekommen und habe es heut fertig gelesen. Die Übersetzung ist auf Englisch. Die Story an sich ist nicht zu anspruchsvoll, daher kommt man mit gutem Schulenglisch relativ einfach durch. Die speziellen Besonderheiten der koreanischen Kultur, sei es bezüglich Arbeit oder das Alter (Babys werden geboren und sind direkt 1 Jahr alt), findet man am Ende vom Buch durch den Übersetzer.  Die Protagonistin ist Jihye, Anfang 30, wohnhaft in Seoul, in einer (fast) Kellerwohnung und sie arbeitet als bezahlte Praktikantin in einer Akademie, in der Kurse angeboten werden. Relativ unspektakulär alles. Viel mehr als Arbeit steht bei ihr nicht an und ihr Traum fest angestellt zu werden, ist erstmal nicht in greifbarer Nähe. Ihr neuer Arbeitskollege Gyuok überredet sie, mit ihm zusammen am Ukulele Kurs teilzunehmen. Denn pro Semester, dürfen die Mitarbeiter und Mitarbeiteri...

Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker

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Klassiker Zeit. An meinem letzten Urlaubstag habe ich mich noch einmal auf die Couch gesetzt und mir den kurzen Krimi von Friedrich reingefahren. In der Schule habe ich das nicht gelesen, da ging es eher in Richtung Max Frisch und Klaus Mann. Keine Ahnung woher das kleine zerfledderte Buch her ist aber es kann nun in den Klassiker Bereich im Regal einziehen.  Die Story spielt in der Schweiz. Polizeimitarbeiter, die einen Mord an einem Kollegen lösen müssen. Der ältere Hauptermittler hatte sich damals einen Feind im Auslandseinsatz beim Saufen ans Bein gebunden. Eine Wette, die dann zu Konsequenzen führte, die so nicht zu ahnen waren. Am Ende ein netter aber vorhersehbarer Twist. Der natürlich die Frage nach Rechtschaffenheit und Justiz aufwirft. Kann man alles so machen und ich verstehe auch, wie man eine Schulklasse da debattieren lassen kann. Jetzt mit 37 Jahren, bin ich froh, dass ich es lesen kann, ohne groß Arbeit da reinzustecken. Könnte man bestimmt aber ich habe da wirklich...

Annemarie Paulsen - Alles büddn wild

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Eine echte Bäuerin über Landwirtschaft, Tradition und Tüddelband Das Landleben. Oft verklärt zu einem kitschigen Bild, dass sich Stadtmenschen zurecht legen oder welches in TV Formaten gezeichnet wird. Im Gegensatz dazu stehen dann die älteren Generationen von Familienbetrieben, die noch anpacken und mit der verweichlichten Jugend nichts mehr anfangen können. Körperliche Arbeit, Bürokratie und alles für den Hof. Zwei Extreme die sich da gegenüberstehen. Genau dazwischen: Annemarie, die mit ihrem Mann Martin zusammen den Hof seiner Eltern in der Uckermark übernommen haben.  Es geht nicht nur um den Milchviehbetrieb. Dieser wurde auf Bio umgestellt und hat mittlerweile einen Melkroboter im Stall. Eine Modernisierung die langsam aber sicher Einzug erhält und vor allem muss. Betriebswirtschaftlichkeit und Engagement geben sich auf dem Hof die Klinke in die Hand. In diesem Buch geht es viel um das Landleben an sich. Um Gemeinschaft, Familie, Landwirtschaft allgemein und vor allem den Wa...

Jennifer Haigh - Licht & Glut

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Mal wieder ein Roman. Das zweite Buch, dass ich von Jennifer Haigh lese. Das Leben von ausgewählten Stadtbewohnern auf 472 Seiten. Dieses Mal keine Familiengeschichte, sondern mehrere Bewohner und Bewohnerinnen der Kleinstadt Bakerton in Pennsylvania. Gut gemacht aber die ersten 100 Seiten relativ unübersichtlich, da man alle erstmal kennenlernen muss. Ein paar Zeitsprünge sind drin, die sind aber meistens am Kapitelanfang zu erkennen. Ich bin nicht so schnell durchgekommen, wie im ersten Buch ( Eintrag hier ) von ihr. Das wird aber an all den verschiedenen Perspektive liegen.  Die Kohlezeit in Bakerton ist vorbei. Die Kohlegruben sind geschlossen, es herrscht hohe Arbeitslosigkeit und eine gewisse Tristesse. Dann wird eine große Gas- und Ölfirma auf das Land in Bakerton aufmerksam. Sie setzen auf Gas und der große Themenblock Fracking wird hier erklärt und näher gezeigt. Bewohner und Bewohnerinnen verpachten ihr Land, werden über den Tisch gezogen, verseuchtes Grundwasser, Aktivis...