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Doris Dörrie - Liebe, Schmerz und das ganze verdammte Zeug

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Das Buch habe ich vorhin aus dem lokalen Bücherschrank gezogen. Normalerweise ist meine Quote besser aber heute lag sie bei: Drei reingestellt, vier mitgenommen. Die Autorin kannte ich bereits und vier Kurzgeschichten, klingt doch gar nicht so verkehrt. Daher hab ich es nach Hause getragen. Es hat 160 Seiten und war vorhin auf der Couch direkt fällig.  Die Titel der vier Kurzgeschichten stehen auf dem Cover: Mitten ins Herz, Männer, Geld, Paradies .  Wobei mir im ersten Anlauf gar nicht klar war, dass die Männer Kurzgeschichte die Vorlage für den gleichnamigen Film ist. Doris Dörrie ist Drehbuchautorin und hat an vielen Spielfilmen sowie Dokumentationen mitgearbeitet.  Die Kurzgeschichten sind teilweise sehr wild. Vermutlich wurde ich so überrascht, da ich das überhaupt nicht erwartet habe. Das erste Buch, dass ich von ihr gelesen habe, war völlig harmlos.  Mitten ins Herz : Eine junge Stundentin wird von einem Zahnarzt angesprochen und schließt mit ihm einen Vertrag...

Amy Stewart - Die unvergleichliche Miss Kopp und ihre Schwestern

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Dieses Buch lag schon länger gestapelt hier rum. Hatte es irgendwann mal mitbestellt, da der Titel nett klang und da es Second Hand ist, waren es nur 2€ oder 3€ die ich dafür ausgegeben habe. Trotzdem sind es 523 Seiten, für die man Zeit und Muße haben muss. Beides hatte ich die letzten zwei Tage und bin ziemlich flott durchgekommen.  Die Geschichte ist einfach gut. Die drei Kopp Schwestern, bestehend aus Constance (die älteste, aus deren Perspektive es geschrieben ist), Norma (brummelig und liebt Brieftauben) und Fleurette (das Nesthäkchen, verwöhnt, neugierig und kann ziemlich gut nähen), leben auf einer Farm im ländlichen New Jersey. Ohne Mann. Ihr Bruder Francis versucht sie immer mal wieder zu sich zu holen, da es natürlich unschicklich ist, so ohne männliche Person auf einem kleinen Bauernhof im Nirgendwo zu wohnen. Zeitlich liegt das ganze Geschehen in den 1910er Jahren. Autos kamen gerade erst auf und die Geschichte startet mit einem Unfall. Die drei Schwestern kommen mit i...

Marina Lewycka - Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere

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Warum liegt da ein weißer Schnipsel auf dem Buch? Das klär ich direkt mal auf. Habe das Buch aus dem lokalen Bücherschrank gezogen und es ist eine aussortierte Bibliotheksausgabe. Daher ist vorne prominent ein Sticker der Bib mit Strichcode drauf. Da ich mich hier nicht komplett doxen will, habe ich ein Stück Papier drüber gelegt.  Die Autorin kannte ich vorher nicht aber es gab eine Zeit letztes Jahr, in der mir die weiblichen Autorinnen hier auf dem Stapel ausgingen. Der Titel klang nett, deshalb kam es dann mit zu mir nach Hause. Obwohl es 457 Seite sind, bin ich ziemlich gut durchgekommen. Der Roman ist gut strukturiert und setzt sich sehr schön, Kapitel für Kapitel, zusammen.  Es dreht sich alles um eine Familie und die einzelnen Familienmitglieder (später auch Kommunenmitglieder). Zeitlich liegt das Ganze um die Finanzkrise 2007/2008 herum und spielt in England, genauer in London und in Doncaster, Mitte von England. Serge, Mathematikstudent, wechselt von der Uni in die B...

Natascha Wodin - Sie kam aus Mariupol

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Von diesem Buch habe ich immer mal wieder gehört. Es gab also einige Empfehlungen. Mit dem letzten Rutsch Second Hand Bücher konnte ich das mit in meine Sammlung aufnehmen und habe es heute dann fertig gelesen.  Eine beeindruckende Familiengeschichte. Zudem auch sehr bedrückend, denn jede Generation hat sich durch eine Zeit kämpfen müssen, die alles andere als einfach war. Sei es Bürgerkrieg, Enteignung, der Holodomor, Besatzung, zweiter Weltkrieg, Verbannung, Zwangsarbeit und einiges mehr.  Die Autorin begibt sich auf Spurensuche. Ihre Mutter hat sich selbst das Leben genommen, als ihre beiden Töchter noch jung waren. Der Vater, gewalttätig und sehr schweigsam. Somit gibt es nicht viele Informationen mit denen sie sich auf die Suche machen kann. Was sich dann aber mit viel Einsatz und etwas Glück herausfinden lässt, ist eine Familiengeschichte die wohl repräsentativ für viele andere Familien, insbesondere der Ukraine, genannt werden kann.  Ich kann dieses Buch sehr empfe...

Evie Woods - Die geheimnisvolle Bäckerei in der Rue de Paris

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Das zweite Buch, dass ich von Evie Woods gekauft und gelesen habe. (Eintrag zum ersten gelesenen Buch von Evie findet ihr  hier .) Zum einen weil das Taschenbuch einen sehr schönen bedruckten Buchschnitt hat, zum anderen weil richtig arger Kitsch zwischendurch einfach sein muss.  Diese Geschichten sind so wunderschön berechenbar, es ist komplett Urlaub fürs Gehirn. Da ich es heut mit im Zug dabei hatte, konnte ich durch die zweite Hälfte durchfliegen.  Edith verlässt Irland um in Frankreich einen neuen Job in einer Bäckerei anzufangen. Sie hat jahrelang ihre Mutter gepflegt und wagt nun das große Abenteuer, dass natürlich mit einem Missverständnis losgeht. Die Bäckerei ist nicht in Paris sondern in Compiegne, eine Kleinstadt, etwa eine Stunde von der Hauptstadt entfernt. Dort hilft sie dem jungen Manu und seiner Oma. Es spukt in der Backstube! Keine Ahnung was die side quest sollte, passt aber natürlich sehr schön in die kitschige Idealvorstellung von Frankreich an sich. ...

Sarah Kuttner - Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart

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Das buch habe ich mal aus dem lokalen Bücherschrank gezogen, da wird es auch wieder landen.  Großes uff. Das ist mal absolut gar nichts. Das Buch enthält die überarbeiteten und ungekürzten Kolumen von Kuttner aus der Süddeutschen Zeitung (19.12.2005-30.12.2006) sowie die Kolumnen von ihr im Musikexpress (Februar 2006-2007). Nicht mein Humor, viel zu doll und viel von diesem "Darf man das noch sagen??". Immer anecken wollen, koste es was es wolle. Aus heutiger Sicht natürlich noch mal mehr als damals eh schon.  Da es nur kurze Kolumnen sind und bei den SZ Dingern sind es Fragen die sie beantwortet, war das Buch hier innerhalb von gut zwei Stunden abgehakt.    Das halt gar nix. Kommt wieder weg. Easy.  

Simon Singh - Fermats letzter Satz

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Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels  Ich habe mich mal wieder an meine Buchstapel rangesetzt und ein bisschen gestöbert. Herausgekommen ist dabei ein Buch über Mathegeschichte. Na, warum auch nicht. Das Buch hier ist ein sehr schöner Weg zur Lösung des Rätsels von Fermats letztem Satz.  Dieser besagt:    wobei n > 2 nicht sein darf, da es keine Lösung in ganzen positiven Zahlen gibt. Das hat sich Pierre de Fermat im 17. Jahrhundert so ausgedacht und eine Notiz hinterlassen, in der er sagt, er habe einen Beweis dafür. Diesen Beweis hat er aber nie aufgeschrieben und das ganze stellt sich als so verflucht kompliziert heraus, dass es erst im 20. Jahrhundert (1994) bewiesen werden konnte. Also über 300 Jahre später.  Die Geschichte die Simon Singh hier aufschreibt, umfasst die ganze Suche nach dem Beweis für diese Formel. Super spannend geschrieben und aufgezogen, soviele Informationen zu den Größen der Mathemathik (unter anderem auch Fraue...