Jennifer Egan - Manhattan Beach

Das hier war ein Buchtipp, den ich auf Instagram mal aufgeschnappt habe. Second Hand kam es dann vor einiger Zeit hier auf den Stapel. Da der Oktober bisher furchtbar anstrengend ist, habe ich ziemlich lange gebraucht fürs lesen der 494 Seiten. 

Die Story spielt im New York der 1930er und 40er Jahre. Inmitten der Kriegswirtschaftslage schafft es Anna einen Job in der Werft zu bekommen. Erst Schiffsteileprüferin und dann setzt sie sich weiter durch und kann sich ihren Traum vom tauchen erfüllen. Damals natürlich noch mehr als umständlich mit den Messing Helmen und als einzige Frau natürlich ebenfalls schwierig. 

Das ist meiner Meinung nach so der Hauptstrang der Geschichte. Problem für mich: es gab zuviele Nebenschauplätze. Alle sind in irgendeiner Form verbunden, ja, aber es sind trotzdem zuviele. Die meisten viel zu kurz und dann, zum Beispiel die Geschichten von Annas Vater, so ausufernd, dass es schlichtweg uninteressant wurde. Später kam das Verständnis in soweit, dass ich nachvollziehen konnte, warum aber für mich reichte die Überraschung nicht aus um es gut zu finden. Bereiche wie die Syndikate in New York werden auch angeschnitten, da ein höher gestellter Mann, zusammen mit seiner Familie etwas mehr Inhalt bekommt aber für meinen Geschmack zu wenig Fokus auf das wirklich Interessante. Die Rolle der behinderten Schwester wurde mir nicht ganz klar, außer das alle Männer immer nur von ihrer Schönheit geschwärmt haben, dann doch abgestoßen waren, da sie sich nicht bewegen oder sprechen kann. Teilweise sehr irritierend die Reaktionen auf sie. Die Mutter von Anna bekommt immer mal wieder Kontext aber nicht genug für ein vollständiges Bild. Die Tante von Anna taucht nur sporadisch auf und übernimmt am Schluss eine sehr wichtige Rolle. Für mich ist das alles einfach nicht rund genug. 

Natürlich ist es eine fiktive Geschichte und die kann man schließlich bauen wie man möchte. Mir ist es aber gerade zum Ende hin ein bisschen langweilig geworden. Das ist aber ein rein persönliches Geschmacksding. Ich hätte den Fokus einfach anders gesetzt und mindestens 100 Seiten eingespart. An sich aber ein Buch mit Hand und Fuß. Es ist gut aufgebaut und man verliert den Überblick nicht, da doch alles recht nah miteinander verbunden ist. Inwieweit man mit den gelieferten Geschichten zufrieden ist, müssen dann alle für sich selbst entscheiden. 


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