Doris Dörrie - Liebe, Schmerz und das ganze verdammte Zeug

Das Buch habe ich vorhin aus dem lokalen Bücherschrank gezogen. Normalerweise ist meine Quote besser aber heute lag sie bei: Drei reingestellt, vier mitgenommen. Die Autorin kannte ich bereits und vier Kurzgeschichten, klingt doch gar nicht so verkehrt. Daher hab ich es nach Hause getragen. Es hat 160 Seiten und war vorhin auf der Couch direkt fällig. 

Die Titel der vier Kurzgeschichten stehen auf dem Cover: Mitten ins Herz, Männer, Geld, Paradies.  Wobei mir im ersten Anlauf gar nicht klar war, dass die Männer Kurzgeschichte die Vorlage für den gleichnamigen Film ist. Doris Dörrie ist Drehbuchautorin und hat an vielen Spielfilmen sowie Dokumentationen mitgearbeitet. 

Die Kurzgeschichten sind teilweise sehr wild. Vermutlich wurde ich so überrascht, da ich das überhaupt nicht erwartet habe. Das erste Buch, dass ich von ihr gelesen habe, war völlig harmlos. 

Mitten ins Herz: Eine junge Stundentin wird von einem Zahnarzt angesprochen und schließt mit ihm einen Vertrag, dass sie ein Jahr bei ihm bleibt und dafür 2800 Mark jeden Monat bekommt. Keine Sex Beziehung aber sie schwindelt ihm eine Schwangerschaft vor. Da sie nicht schwanger ist, klaut sie ein Baby und als er es herausfindet, eskaliert das nochmal eine Stufe mehr. 

Männer: Langweilige Ehe, die Ehefrau gesteht ihrem Mann eine Affäre mit einem anderen. Daraufhin dreht der mittelständische Ehemann ein bisschen durch, schleicht sich in das Leben der Affäre und dreht diesen Mann soweit um, dass er zu einem Ebenbild von ihm wird. Ende vom Lied: Die Ehe wird wiederbelebt als wäre nichts passiert. 

Geld: Carmen und Werner, zwei Kinder, Einfamilienhaus und absolut durchschnittliches Leben, erleben das Abenteuer ihres Lebens. Werner verliert seinen Job, Carmen findet es heraus und gibt die letzten 250 Mark an eine Kosmetikvertreterin, die sie geschminkt und frisiert hat. In dem Look sieht sie so anders aus, dass sie sich dazu entscheidet die lokale Bank zu überfallen. Einen Mitarbeiter nimmt sie als Geisel. Werner wird nachmittags eingeweiht und los geht ein Road Trip der zu mehreren Banküberfällen, Konten in der Schweiz, Zusammenarbeit mit der Geisel und letztendlich mit einem Happy End abgeschlossen wird. 

Paradies: Angelika und Jakob leben schon lange zusammen. Bei einem Ausflug in Angelikas Heimat, treffen beide die Jugendfreundin von ihr wieder: Lotte. Lotte unscheinbar und als Landei in einem kleinen Laden, bringt Jakob komplett um den Verstand. Es wird so dunkel und teilweise gruselig, dass es hier nur ein Ende geben kann. Das kommt dann hier, wie erwartet. 

Für einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch sind die Kurzgeschichten absolut top. Nicht kitschig, feiner Humor und ziemlich abwechslungsreich. Kann es daher sehr empfehlen.  


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Michael Thumann - Revanche (+ Podcast Tipp)

Brigitte Doppagne - Clara

Thomas Glavinic - Wie man leben soll