Judith Poznan - Prima Aussicht

Mhmm. Ich weiß leider nicht mehr, wo ich den Tipp herbekommen habe. Es war auf meiner Liste und da es günstig war, kam das Buch mit der letzten Second Hand Lieferung. 

Die Protagonistin ist die Autorin selbst. Sie lebt mir ihrem Freund Bruno und ihrem dreijährigen Sohn in Berlin. Da Bruno ihr eröffnet hat, dass er sich kein zweites Kind vorstellen kann, herrscht gerad ein bisschen Krise und spontan kauft Judith einen Wohnwagen für 1.400€. Kennt sie sich damit aus? Nein. Und somit wird der Stellplatz auf dem Brandenburger Camping Platz ein Abenteuer. 

Das ist der Fixpunkt des Buches. Man begleitet Judith von Mai bis Oktober, der Camping Saison halt. Die Geschichte ist aber um einiges mehr. Viele Rückblenden in die Kindheit, in den Kleingarten der Großeltern, der Wunsch Autorin zu sein, finanzielle Not und eine Beziehung die funktioniert aber doch kein Standardkonstrukt ist, sondern immer wieder für wilde Kurven sorgt. 
 
Es sind gemütliche 191 Seiten. Die hab ich jetzt an zwei Abenden weggelesen. Der Schreibstil ist... nunja, eben so, wie ein Millenial denkt. Es liest sich manchmal als wenn die Gedanken vom Kopf in die Zeilen wandern. Ein bisschen mehr Struktur hätte ich mir gewünscht. An sich habe ich kein Problem damit, wenn alles durcheinander geht oder mal eine Abbiegung genommen wird, in diesem Buch aber dann doch etwas doll. Es ist halt keine an sich geschlossene Geschichte sondern ein Auszug aus den Geschehnissen und Erinnerungen dieser Camping Saison. Die behandelten Themen werden offen gelassen und das finde ich immer schwierig. Aber das ist lediglich meine bescheidene Meinung. Wenn man etwas humor- und liebevolles sucht, findet sich das hier auf jeden Fall. Vielleicht auch, wenn ein Einstieg gesucht wird um wieder ein bisschen ins lesen zu kommen. 
 
"Jeder verliert einen Tag, der nicht noch mal wiederkommt. Was macht man mit den Tagen, die vor einem liegen?" (S. 154)  


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