George Orwell - Nineteen Eighty-Four
Eines der Bücher, die ich schon immer mal lesen wollte. Vor einigen Wochen dann im lokalen Bücherschrank gefunden und direkt mitgenommen. Es ist auf Englisch, was eigentlich kein Problem ist, das bedeutet aber für mich immer: das Lesen braucht Zeit. Fast eine Woche habe ich mich da durchgeackert. Hat sich das lesen gelohnt? Definitiv und ich verstehe jetzt warum das Buch in den Vereinigten Staaten aus den Schulen verbannt wird. Die Parallele zur Maga Bewegung sind ziemlich gut sichtbar, besonders wenn es um Geschichtsrevisionimus und den spirituellen Führer sowie die Indoktrinierung geht.
Man begleitet im Buch Winston Smith, 35 Jahre alt arbeitet im Ministry of truth, das die Geschichte umschreibt, so wie es die aktuelle Lage eben benötigt. Da werden Zeitungsartikel geändert oder Reden umgeschrieben. Alles überwacht von Big Brother. Die Gallionsfigur der Regierung Oceaniens. Winston kommt hat sich mit dem System arrangiert, seine Erinnerungen an die Zeit davor sind aber noch sehr deutlich und Zweifel regen sich hier und dort. Er trifft Julia und beginnt mit ihr eine Affäre, am System vorbei, denn sowas ist eigentlich nur den "Proles" (Proletarier, die Arbeiter, die in einem Zustand von Everything is fine gehalten werden) vorbehalten. Dem inneren und äußeren Parteiangehörigen ist das versagt. Die Indoktrinierung und die Umschreibung der Geschichte geht so tief, dass die neuen Generationen sich gar nicht mehr an eine Realität ohne Dauerbeschallung und Dauerüberwachung erinnern können. Richtig dunkel wird es dann, wenn die Affäre von Winston und Julia auffliegt. Beide werden ins Ministry of Love gebracht. Die Folterkammer des Systems. Raum 101 wird dann erklärt und es artet etwas in torture porn aus. Die letzten 80 Seiten sind daher ziemlich intensiver Stoff. Da fliegt man auch nicht mal eben durch, denn währenddessen wird so vieles noch erklärt. Was eben wichtig ist um zu verstehen, warum man Winston als Person brechen will.
Ich kann mir vorstellen, dass es auf Deutsch ein bisschen einfacher zu lesen ist. Mein Englisch ist gut aber die Geschichte in vollem Umfang zu begreifen, ist schon sehr anspruchsvoll. Es gibt immer wieder Abschnitte die mehrere Seiten lang sind, ohne einen Absatz. Zumindest fand ich das Buch anspruchsvoll. Der Klassiker Status ist absolut zu Recht hier erteilt. Ein bisschen bin ich auch froh, dass George das Jahr 2026 nicht erleben muss. Er würde wahrscheinlich auflippen.
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