T.J. Klune - Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
473 Seiten an zwei Tagen einfach reingefahren. Das war so bitter nötig. Wie gut, dass ich dieses Schmuckstück schon seit Jahren hier auf meinem Stapel liegen habe.
Ich bin zwar kein großer Fantasy oder Zauberei Fan aber diese schöne, fast süße, Geschichte hat mich sofort in den Bann gezogen. Es hat mich ein bisschen an die Hotel Transsilvanien Filme erinnert. Klar, ein bisschen anderes Setting aber das hat meiner Begeisterung keinen Abbruch getan.
Linus Baker arbeitet für die BBMM (Behörde für die Betreuung magischer Menschen). Anfang 40, etwas rundlich und in einem sehr tristen Leben gefangen, wird er eines Tages zum allerhöchsten Management beordert und erhält einen Spezialauftrag. Er muss das Waisenhaus von Arthur Parnassus für einen Monat besuchen und beurteilen. Über die Bewohner und Bewohnerinnen erfährt er vorab so gut wie nichts. Zusammen mit seiner Katze erreicht er nach acht Stunden Zugfahrt und einer Fähre die Insel, auf dem das Waisenhaus von Arthur steht, vor dem Dorf Masyar.
Abgeholt wird er von Zoe, sie entpuppt sich als Elementaregeist. Ihr gehört die Insel und sie herrscht über das Meer um die Insel drumherum. Zusammen mit Arthur, der auch ein magisches Wesen ist (was sich aber erst sehr spät zeigt), kümmert sie sich um die Kinder vor Ort:
Talia, Gnomin, mit über 200 Jahren noch nicht volljährig in Gnomenjahren, kümmert sie sich um den Garten.
Theodore, ein Lindwurm, dem seine Flügel noch etwas zu groß sind und der seinen Schatz unter dem Sofa hortet. Er hat eine Vorliebe für Knöpfe.
Phee, ein Waldelementaregeist, sie kümmert sich um den Baum- und Blumenbestand auf der Insel und erhält immer wieder Unterricht von Zoe.
Lucy, sechs Jahre alt und der Sohn von Satan, er muss noch lernen seine Dunkelheit und die Spinnen im Kopf zu beherrschen. Ego für zehn Leute aber eben ein Kind. Das Wort Antichrist darf vor Ort nicht genutzt werden.
Sal, ein Gestaltenwandler der sich bei großer Angst in einen Zwergspitz verwandelt. Er hat eine sehr traurige Geschichte, mittlerweile ist es das 12. Waisenhaus dem er zugewiesen wurde. Ein Jugendlicher, der ein Talent für das Schreiben hat.
Chauncey, man weiß nicht genau was genau Chauncey ist. Ein großer Blob, mit Tentakeln und Stielaugen. Er/es will Hotelpage werden.
Natürlich ist Linus für eine behördliche Überprüfung da, es entwickelt sich aber alles in eine sehr persönliche Verbindung zu diesem Heim für magische Kinder/Jugendliche. Sehr schön fand ich die Verbindung von Linus und Arthur. Mal nicht der Standard Kitsch, der einem sonst in solchen Büchern begegnet. Zudem wird noch ein kompletter gesellschaftlicher Bogen aufgemacht. Denn die Dorfbewohner vor der Insel haben ein riesen Problem mit den magischen Kindern und behandeln diese entsprechend bei einem Ausflug, den die bunte Truppe ins Dorf unternimmt. Es eskaliert irgendwann so sehr, dass sich Leute Dorfbewohner am Pier versammeln und übersetzen wollen. Dazu kommt noch, dass die Kinder mit magischen Fähigkeiten in Heimen und Schulen komplett von der regulären Gesellschaft untergebracht werden, zusätzlich zu einer Kampagne zur Registrierung von magischen Geschöpfen. Das schlägt nochmal einen anderen Ton an innerhalb dieser schön ausgearbeiteten Geschichte. Es ist so gut geschrieben, dass ich wirklich gefühlt einfach durchblättern konnte. Alle die eine gute Geschichte suchen, mit etwas Magie und trotzdem nicht zu schlimm kitschig, der oder die ist hier sehr gut aufgehoben. War sogar ein New York Times Bestseller. Ich kann verstehen warum.
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