Simon Winchester - Der Atlantik

Biographie eines Ozeans 

Dieses Buch liegt wirklich seit Jahren hier. Das ist kein Witz, ich hab das mindestens schon seit acht Jahren gestapelt und räum es immer mal wieder um. Es hat knackige 500 Seiten und musste daher erstmal nur schön aussehen. Die letzten drei Tage habe ich mich dann durchgekämpft. 

Es war leider wirklich ein Kampf. Als ich es damals gekauft habe, dachte ich an die Tiefsee, Ozeanographie, bisschen Grenzen aber vor allem Forschung im Wasser. Was verbirgt sich unter der Oberfläche, wie sieht es mit dem mittelatlanitschen Rücken aus, wie forscht man da unten so rum? All sowas hätte ich gern gewusst. Aber Simon Winchester hatte für sein Buch über den Atlantik einen völlig anderen Plan. Es geht im Buch vor allem um den Ozean an sich. An die Grenzen, die Überquerungen, Fischerei, Schiffe, Inseln und Entdeckungsfahrten. Ist okay, hat absolut seine Daseinsberechtigung aber nachdem Columbus in mehr als einem Kapitel auftaucht und einige Themen sich öfter mal doppeln, habe ich einige Kapitel nur noch durchgeblättert und durchgeguckt. Alle Themen die mich interessieren würden, zum Beispiel Südamerika, sind immer nur am Rande behandelt. Fokus liegt hier definitiv auf England, Spanien und Portugal. Die Wikinger bekommen Platz und der Sklavenhandel erhält ein ausführliches Kapitel. Ein paar Entdeckungsreisen werden näher beleuchtet aber eben nicht so, wie ich es gern hätte. Zum Teil ist die Ausdrucksweise vom Autor, in meiner Wahrnehmung, eher grenzwertig in manchen Kapiteln. 

Das Buch an sich ist nicht verkehrt aber eben überhaupt nicht das, was ich gern gehabt hätte. Und dieses bruchstückhafte Abreißen von Themen die nur am Rande was mit dem Atlantik an sich zu tun haben (Flugverkehr als Beispiel), hat diese 500 Seiten wirklich unheimlich zäh gemacht. Es wird nun gelesen wieder ins Regal geräumt und kann weiterhin schön aussehen. 


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