Amy Stewart - Die unvergleichliche Miss Kopp und ihre Schwestern
Dieses Buch lag schon länger gestapelt hier rum. Hatte es irgendwann mal mitbestellt, da der Titel nett klang und da es Second Hand ist, waren es nur 2€ oder 3€ die ich dafür ausgegeben habe. Trotzdem sind es 523 Seiten, für die man Zeit und Muße haben muss. Beides hatte ich die letzten zwei Tage und bin ziemlich flott durchgekommen.
Die Geschichte ist einfach gut. Die drei Kopp Schwestern, bestehend aus Constance (die älteste, aus deren Perspektive es geschrieben ist), Norma (brummelig und liebt Brieftauben) und Fleurette (das Nesthäkchen, verwöhnt, neugierig und kann ziemlich gut nähen), leben auf einer Farm im ländlichen New Jersey. Ohne Mann. Ihr Bruder Francis versucht sie immer mal wieder zu sich zu holen, da es natürlich unschicklich ist, so ohne männliche Person auf einem kleinen Bauernhof im Nirgendwo zu wohnen. Zeitlich liegt das ganze Geschehen in den 1910er Jahren. Autos kamen gerade erst auf und die Geschichte startet mit einem Unfall. Die drei Schwestern kommen mit ihrer Kutsche vom Markt und werden von einem Auto umgemäht. Constance stellt den offensichtlich betrunkenen Fahrer zur Rede und notiert sich Name und Adresse. Sie schickt dem Fahrer, Henry Kaufman (Seidenfabrikant, ekelhafter Typ), eine Rechnung für den beschädigten Buggy (Kutsche) die dieser aber natürlich nicht zahlt. Daraufhin wendet sich Constance an die Polizei. Ab da nimmt die Geschichte auch Fahrt auf, denn Constance will Gerechtigkeit und muss sich durch ein Justizsystem schlängeln, dass Frauen kein Stück ernst nimmt. Sheriff Heath will sich aber ehrlich kümmern und neben mehreren Drohungen und Schießereien auf dem Anwesen der drei Schwestern, die zur Einschüchterung dienen, geht es immer weiter bis zum finalen Gerichtstermin. Es wird zudem noch eine komplette Side Story aufgemacht, die den Bogen über Henry Kaufman macht. Ist gut eingearbeitet und zeigt sehr schön, dass Constance ziemlich schlau ist.
Viel mehr will ich von der Story auch gar nicht vorwegnehmen. Nur soviel, die Grundlage für dieses Buch, sind echte Gerichtsakten und Zeitungsartikel zu dem Fall (Quellen sind am Ende vom Buch angegeben). Denn der Kern dieser Geschichte ist 1890 wirklich so passiert. Wird am Ende von der Autorin noch schön aufgeklärt, wo sie Dinge zugedichtet hat und welche Geschichtsstränge komplett erfunden sind. Denn: Es ist immer noch ein Roman. Daher ist es vollkommen in Ordnung das so zu machen und ich war sehr gut unterhalten von der Geschichte im Ganzen.
P.S.: Der Edit für diesen Post sieht wahrscheinlich beim hochladen wie Müll aus. Ich entschuldige mich, nur habe ich gerade keine Muße das zu bereinigen. Nach zwanzig Minuten rumwerkeln, habe ich aufgegeben. Tschuldigung.
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