Simon Singh - Fermats letzter Satz

Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels 

Ich habe mich mal wieder an meine Buchstapel rangesetzt und ein bisschen gestöbert. Herausgekommen ist dabei ein Buch über Mathegeschichte. Na, warum auch nicht. Das Buch hier ist ein sehr schöner Weg zur Lösung des Rätsels von Fermats letztem Satz. 

Dieser besagt: 

 

wobei n > 2 nicht sein darf, da es keine Lösung in ganzen positiven Zahlen gibt. Das hat sich Pierre de Fermat im 17. Jahrhundert so ausgedacht und eine Notiz hinterlassen, in der er sagt, er habe einen Beweis dafür. Diesen Beweis hat er aber nie aufgeschrieben und das ganze stellt sich als so verflucht kompliziert heraus, dass es erst im 20. Jahrhundert (1994) bewiesen werden konnte. Also über 300 Jahre später. 

Die Geschichte die Simon Singh hier aufschreibt, umfasst die ganze Suche nach dem Beweis für diese Formel. Super spannend geschrieben und aufgezogen, soviele Informationen zu den Größen der Mathemathik (unter anderem auch Frauen wie Sophie Germain, 19. Jahrhundert. Sie bewies, dass der letzte Satz von Fermat für  eine bestimmte Klasse von Primzahlen keine Lösung besitzt), ihren Leistungen und Vorarbeiten für die Lösung von diesem Matherätsel. Auch als nicht sonderlich Mathe affine Person kann man dieses Buch sehr gut lesen. Es gibt für bestimmte Berechnungen oder Rätsel Anhänge, die für eine genauere Erklärung oder Betrachtung sorgen. Aber es wird alles sehr gut und ausführlich erklärt. Natürlich ist vieles vereinfacht dargestellt, was das lesen sehr viel angenehmer macht. Trotzdem fühlt man sich irgendwie schlauer, wenn man sich durch die Taniyama-Shimura Vermutung (heute heißt diese: Modularitätssatz) durcharbeitet und feststellt: Das ist alles so hoch theoretisch und diese Menschen sind so unfassbar schlau, es ist einfach nur beeindruckend. 

Denn letztendlich wird hier im Buch Andrew Wiles begleitet, der sich, mit Korrektur seines Beweises, am Ende rund acht Jahre in der Dachkammer zum rechnen zurückzieht und den endgültigen Beweis für die Richtigkeit des letzten Satz von Fermat liefert. Hier steckt einfach so viel Wissenschaftsgeschichte, so viele Leute werden mit ihren Forschungen vorgestellt und alles bereitet den Leser, die Leserin auf den Endpunkt vor: die Lösung eines mathematischen Rätsels nach über 300 Jahren. Letztendlich ist es der Beweis für eine Behauptung die jemand im 17. Jahrhundert aufgestellt hat. Andrew Wiles lebt noch und ist mittlerweile 72 Jahre. 

Ich freue mich einfach immer über diese Bücher. Von Autoren und Autorinnen, die sich die Mühe machen und die Geschichten der richtig klugen Köpfe erzählen. Das Ganze dann noch so, dass man es als Nichtspezialist zumindest nachvollziehen und bei Bedarf weiter einsteigen kann. Kann dieses Buch hier daher sehr empfehlen. Es gibt eine gute Portion Theorie, so dass man sich am Ende definitiv schlauer fühlt und eben genug Geschichte sowie Information drumherum, dass es nicht langweilig wird. 

 

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