Fernando Pessoa - Das Buch der Unruhe
des Hilfbuchhalters Bernardo Soares
Ich sitze derzeitig an meinen Altlasten, die schon jahrelang auf Stapeln liegen. Dieses Buch ist genau so eins. Ich habe ziemlich schnell gemerkt warum. Es zieht sich. Es zieht sich so arg, dass ich im letzten Drittel gut 100 Seiten nur noch überflogen habe. Furchtbar repetitiv, teilweise öde und Monologe über die kleinsten Dinge eines Mannes, der in einer kleinen möblierten Wohnung einer Seitenstraße in Lissabon wohnt. Dessen Leben aus seinem Job als Hilfsbuchhalter (sein Anker in der Welt) und der eigenen Analyse seines Seins besteht. Er hat sich völlig abgekapselt von allem und betrachtet sich und seine Gefühle nur via Träumen. Lauter philosophische und politische Fragmente, ausufernde Fragmente über die eine nicht dagewesene Kindheit auf 490 Seiten. Die restlichen der insgesamt 636 Seiten werden mit weiteren Texten von Pessoa und Lexikaauszügen gefüllt. Im Grunde ist es eine Art Tagebuch, die vom Autor über 20 Jahre geschrieben worden ist. Manche sagen, Bernardo Soares sei ein Alter Ego von Pessoa.
Pessoa hat unheimlich viel publiziert. Eigene Texte und Bücher aber auch Zeitschriften verlegt etc. er gilt als ein prägender Autor der portugiesischen Moderne. Ich habe fast eine Woche mit diesem Buch gekämpft und wenn ich im Kampf Bild bleibe, habe ich sogar eine Runde vor Abschluss ausgesessen. Es war einfach arg langweilig. Ich verstehe die Faszination der Selbstanalyse und das man sich selbst komplett auseinandernimmt aber alles darauf aufzubauen - schwierig. Zumindest für meinen Lesefluss. An einigen Sätzen oder Abschnitten bin ich hängen geblieben, denn so manche Formulierung ist gut getroffen und klingt einfach sehr schön. Was ebenfalls gut war: Ich konnte hier meine Schnelllesefähigkeit ein bisschen trainieren.
Kann man machen, nur sollte man sich bewusst sein, das ist Arbeit und kostet eben Zeit wenn man mit Bedacht da rangehen möchte. Ich bin froh, dass ich dieses Werk nun abhaken und ins Regal stellen kann.
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